16.09.2026Sondierungsmaßnahmen werden in Weende fortgesetzt
Die Suche nach Kampfmitteln in Göttingen geht weiter: Als nächstes werden Flächen auf dem Gelände der Neuen IGS und den Kitas in der Theodor-Heuss-Straße in Weende sondiert. Hintergrund sind geplante Baumaßnahmen.
Die Schule und die nahegelegene Kita können während der Sondierungen weiterbetrieben werden. Für Schüler*innen, Kita-Kinder, Lehrer*innen und Anwohnende besteht keine Gefahr. Anders als in der Weststadt ist in diesem Gebiet nicht mit Kampfmitteln mit Langzeitzündern zu rechnen, wodurch während den Arbeiten keine Evakuierungen erforderlich sind.
© Stadt GöttingenDie nächsten Sondierungsarbeiten im Göttinger Stadtgebiet werden auf dem Gelände der Neuen IGS und den Kitas in der Theodor-Heuss-Straße in Weende stattfinden. Ein genauer Zeitpunkt steht noch nicht fest. Die Terminierung ist abhängig von weiteren Untersuchungen des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KBD) sowie von Abstimmungen mit Einrichtungen wie der Universitätsmedizin (UMG) und dem Evangelischen Krankenhaus Weende (EKW).
Insgesamt neun Blindgängerverdachtspunkte (BVP) und die vorgesehenen Bauflächen werden sondiert. „Wir folgen mit diesem Vorgehen dem Standardverfahren in Niedersachsen bei einem Kampfmittelverdacht in der Umgebung von Schulen und Kitas“, erklärt Göttingens Erster Stadtrat Christian Schmetz.
Andere Ausgangslage als in der Weststadt
Grund für die Sondierungen sind Baumaßnahmen auf dem Gelände der Neuen IGS. Hier sollen ein Calisthenics-Park, neue Fluchttreppen und langfristig eine neue Sporthalle entstehen. In einer eigens in Auftrag gegebenen Luftangriffschronik wurden daher nun sämtliche Angriffsflüge sowie Ladungsprotokolle aus dem Zweiten Weltkrieg sowie alliierte Luftbilder und sonstige Quellen analysiert. Das Ergebnis zeigt, dass während des Zweiten Weltkriegs in diesem Bereich Kampfmittel abgeworfen wurden. Falls sich ein Kampfmittelverdacht erhärtet, ist anders als in der Weststadt jedoch mit Kampfmitteln mit Aufschlagzündern zu rechnen. Diese können nicht unkontrolliert detonieren, was die Sondierungen einfacher macht. Evakuierungen während der Sondierungen sind daher nicht erforderlich.
Keine Gefahr für Menschen in der näheren Umgebung
„Aktuell liegt kein konkreter Kampfmittelfund vor“, erklärt Thorsten Lüdeke vom KBD Niedersachsen. „Es besteht keine besondere Gefahrenlage. Blindgänger mit Aufschlagzündern können nicht unkontrolliert zur Detonation gebracht werden.“ Auch während der Sondierungsbohrungen bestehe daher keine Gefahr. „Dass wir versuchen, möglichst viele Arbeiten in den Ferien vorzunehmen, geschieht vor allem aus Lärmschutzgründen und als Arbeitserleichterung.“ Für Anwohnende und Passanten gibt es keinerlei Beeinträchtigungen.
„Die Stadtverwaltung versteht, dass Sondierungsarbeiten auf einem Schulgelände viele Fragen und Sorgen hervorrufen können“, erklärt Schmetz. „Wir nehmen das sehr ernst und werden über verschiedene Informationskanäle regelmäßig und umfangreich informieren. Für die Stadtverwaltung steht die Sicherheit aller Beteiligten jederzeit an allererster Stelle. Dass wir es nicht mit Langzeitzündern zu tun haben, ist eine wichtige Erkenntnis und verschafft uns vor allem Zeit“, so Schmetz.
Tiefenbohrungen und Magnetfeldsonden
Sondierungen können die Frage beantworten, ob es im Erdreich verdächtige Gegenstände gibt. Dazu werden in einem vorgegebenen Raster um den Verdachtspunkt Schächte gebohrt, in die eine Magnetfeldsonde eingelassen werden kann (Sondierung). Werden keine Metallobjekte gefunden, lassen sich Blindgänger ausschließen. Die Kosten für die Sondierungen trägt die Stadt Göttingen als Grundstückseigentümerin.
Parallel zur Vorbereitung der Sondierungen werden Konzepte für den Fall vorbereitet, dass tatsächlich Blindgänger gefunden werden. Sollten die Sondierungen den Verdacht auf Blindgänger erhärten, werden die Verdachtspunkte voraussichtlich mit Containern gesichert. Im Anschluss beginnen die Vorbereitungen für eine Kampfmittelbeseitigung.
Diese hängen von zahlreichen Kriterien ab und können bis zu mehreren Monaten dauern. Ausschlaggebend wären zum Beispiel die Tiefe des Fundorts, die Art des Kampfmittels oder der Grundwasserstand. Im Gegensatz zur Weststadt, wo vor allem Langzeitzünder gefunden wurden, könnten Blindgänger mit Aufschlagzündern im Regelfall vor Ort entschärft werden und müssen nicht gesprengt werden.
Weitere Informationen
Die Stadtverwaltung hat eine Seite mit Antworten auf zentrale Fragen rund um die Sondierungen veröffentlicht. Dieses FAQ ist verfügbar unter: goe.de/faq-weende
Fortlaufend aktuelle Informationen zum Einsatz, darunter auch Antworten auf häufige Fragen, gibt es im Liveblog der Stadt Göttingen unter goe.de/bombenverdacht.
